Neues aus London

Wer war Jack the Ripper? Eine Spurensuche in Ostlondon

07.12.2013

Vor 125 Jahren tötete der Serienkiller Jack the Ripper in Ostlondon auf grausame Weise mindestens fünf Frauen. Damals gab es einen riesigen Medienrummel um die Morde und noch heute zerbrechen sich Experten die Köpfe wer er gewesen sein könnte. Krimiautorin Patricia Cornwell meldete sich vor einigen Tagen zu Wort: Sie ist sicher, dass es der Maler Walter Sickert war (weil sich auf seinem Briefpapier das gleiche Wasserzeichen findet, wie auf den Briefen, die der Ripper an die Polizei geschrieben hatte). Cornwell vermutet auch, dass das Königshaus in die Morde verstrickt war, sie möglicherweise in Auftrag gegeben hat.

Paul, unser Führer auf der Jack-the-Ripper-Tour durch Ostlondon hat eine andere Theorie. Er glaubt, dass es einer der Metzger war, die auf dem Spitalfields Market ihre Stände hatten: „In dem Bekennerbrief gibt es viele Rechtschreibfehler, das würde zu einem Metzger passen, der auch weiß, wie man mit einem Messer umgeht.“ Paul zeigte uns eine kleine Gasse hinter der Synagoge, wo die Prostituierten damals ihre Kunden bedienten. Hier sieht es heute noch so aus wie damals: die Gasse ist schmutzig und eng. Wenn man nach oben blickt sieht man heute allerdings die edlen, hell erleuchteten Glasfassaden der Hochhäuser in der nur wenige hundert Meter entfernten City. Von den Orten, an denen die Morde stattfanden, ist hier nur noch wenig erhalten. Die deutschen Bomben haben im Zweiten Weltkrieg gerade die Viertel um Spitalfields, Whitechapel und Aldgate schwer getroffen.

1888 war London die größte und reichste Stadt der Welt. Aber in Ostlondon hausten die Menschen unter erbärmlichen Bedingungen auf engstem Raum. Viele arme Frauen mussten sich prostituieren, um Geld fürs Überleben zu verdienen. Und um die Arbeit ertragen zu können, kippten sie sich mit Gin voll. 100 000 Huren gab es damals in London und auf sie hatte es Jack the Ripper abgesehen. Er schlitzte ihnen die Kehle auf und verstümmelte sie.
n Die Londoner Zeitungen veröffentlichten nach den Morden mehrere angebliche Bekenner-Schreiben des Rippers. Später soll einer der Journalisten zugegeben haben, dass er einige der Briefe selbst geschrieben hatte. Die Kollegen wussten damals schon, wie man die Auflage steigert.

Pub Ten Bells

Im Pub Ten Bells nahe dem Spitalfields Market hat möglicherweise schon Jack the Ripper sein Bier getrunken

 

 

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Tina Stadlmayer / Diplom-JournalistinTina Stadlmayer RSS Feed Tina Stadlmayer auf Twitter

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