Neues aus London

Frau Rowlatt findet das Leben der deutschen Frauen ätzend

07.08.2013

Nach kürzester Zeit fühlte sich die britische Journalistin Bee Rowlatt in ihrer Rolle als durschschnittliche deutsche Mutter ziemlich mies. Das war ein interessantes Experiment: Für ihren Film "Make Me A German" versuchte das Journalistenehepaar Rowlatt so zu leben, wie eine typische deutsche Familie. Herr Rowlatt beklagte sich ein wenig, dass er früher aufstehen musste als ein Brite, fand die Arbeit in der Nürnberger Bleistiftfabrik anstrengend, freute sich aber über den frühen Feierabend. Frau Rowlatt dagegen war schon bald richtig sauer: Vier Stunden langweilige Hausarbeit am Tag, kein Job - sie fand es "erniedrigend", dass die Mehrzahl der deutschen Frauen mit kleinen Kinder kein eigenes Einkommen hat. Konsterniert hörte sie sich das Lamento einiger deutscher Mütter an: dass die Kinder machmal schon um 11 Uhr schulfrei hätten und dass sich das Arbeiten aus steuerlichen Gründen nicht lohne... In Großbritannien, ist es für die meisten Frauen dagegen selbstverständlich, arbeiten zu gehen, während die Kinder im Kindergarten oder der Schule sind, berichtete Bee Rowlatt. Dass nur zwei Prozent der Mitglieder in den deutschen Konzernvorständen weiblich sind, fand sie "shocking" - in England sind es deutlich mehr.

Ansonsten erfuhren die Briten in der Sendung auf BBC2, das der deutsche Mann doppelt so lange auf dem Klo sitzt, wie die deutsche Frau, dass er ein Kilo Schweinefleisch in der Woche isst, dass die Deutschen zweimal so viel Müll recyclen wie die Briten, gerne im Chor singen, während der Arbeit keine privaten Mails checken dürfen und insgesamt "weniger individualistisch" sind, als die Briten. Kein Wunder, dass die Rowlatts offensichtlich froh waren, als ihr Experiment beendet war und sie wieder Briten sein durften.

 

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Tina Stadlmayer / Diplom-JournalistinTina Stadlmayer RSS Feed Tina Stadlmayer auf Twitter

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