Neues aus London

Pop-Up-Dinner im festlichen Ambiente. The Art of Dining servierte Speisen aus Asien.

18.05.2014

Das Team von The Art Of Dining hatte ein festliches Mahl im ungewöhnlichem Ambiente einer Villa aus dem 18.Jahrhundert versprochen. Es war ein interessanter und Gaumen-verwöhnender Abend. The Art Of Dining, eine Gruppe von KöchInnen und DesignerInnen, organisieren in London Pop-Up-Dinner und finden dafür immer wieder wunderbare Orte. Unser Abendmahl fand im Osterley House statt. Die imposante Villa aus rotem Backstein hatte sich ein reicher Banker im 16. Jahrhundert bauen lassen und der mindestens ebenso reiche Banker Francis Child ließ sie im 18. Jahrhundert nach italienischem Vorbild umgestalten. Sein Nachfahre, Robert Child, war Präsident der East India Company, weshalb die Speisen aus Regionen kamen, mit denen die Gesellschaft handel trieb.

Neben riesigen chinesischen Vasen und Schiffsmodellen aus Elfenbein, hatten das Team von The Art of Dining eine lange Tafel aufgebaut und fantasievoll dekoriert. Die Speisefolge zeichnete die Reise eines Schiffes der East India Gesellschaft nach: Von Japan (Kabeljau mit Ingwer) über China (geschmortes Schwein), über Indonesien (gekochtes Gemüse) nach Sri Lanka (Zimtreis). Zwischen den Gängen las ein im Stil des 18.Jahrhunderts gekleideter junger Mann Geschichten aus diesen Ländern vor. Informationen über die East India Company gab es nicht. Wahrscheinlich wollten uns die Organisatoren nicht den Appetit verderben, denn das Britische Empire hatte sich mit Hilfe dieser Gesellschaft in Asien ausgebreitet, bereichert, die Menschen ausgebeutet und Aufstände nieder geschlagen. Die East India Company hatte ihre eigenen Streitkräfte und ein Handelsmonopol. Sie besaß das Recht, Territorien zu erwerben und Kriege zu führen (was sie auch ausgiebig tat). Ihre führenden Angestellten, allen voran ihre Präsidenten, wurden reich und hatten großen politischen Einfluss in Großbritannien.

Heute gehört das Osterley House dem National Trust, der dort Besichtigungen und Bastelnachmittage organisiert. Vor wenigen Monaten gab der 10. Graf von Jersey Bilder, die ursprünglich dort gehangen hatten, an das Osterley House zurück. So konnten wir das berühmte Selbstportrait des Malers William Dobson bewundern. Auch ein Pastelbild, das die Child Familie zeigt, hängt wieder an seinem alten Platz. Tochter Sarah Anne, die der Vater im Bild zärtlich an der Hand hält, wurde später enterbt, weil sie heimlich einen verarmten Grafen geheiratet hatte. Aber das ist eine andere Geschichte.

Osterley House

Osterley House

The Art Of Dining

The Art Of Dining

 

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Tina Stadlmayer / Diplom-JournalistinTina Stadlmayer RSS Feed Tina Stadlmayer auf Twitter

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